Qigong

Die Übungen des Qigong

sind eine mehr als zweitausend Jahre alte überlieferte Methode zur Gesundheits- und Lebenspflege. Mit den Übungen aktivieren und stärken wir unsere Lebensenergie („Qi“), indem wir Bewegungen (innere wie äußere) bewusst mit unserer Atmung und unserer Aufmerksamkeit verbinden. Es gibt viele verschiedene Arten und Formen des Qigong. Die Gemeinsamkeit lässt sich vielleicht mit folgender taoistischer Empfehlung beschreiben:
„Gehen, wenn man geht, essen, wenn man isst, schlafen, wenn man schläft“.
D.h. das, was wir tun, mit unserer möglichst ungeteilten Aufmerksamkeit zu tun.
Qigong ist für jeden Menschen erlernbar, unabhängig von seiner körperlichen Konstitution und Beweglichkeit. Es braucht dazu keinerlei Vorkenntnisse.

Qi

Eine Übersetzung von „Qi“ lautet „Energie“, „Lebensenergie“. Qi ist der „Stoff“, der alles wachsen lässt – in der Natur wie im Menschen. Kann das Qi nicht richtig fließen, entsteht ein Ungleichgewicht. Wird dieses Ungleichgewicht auf Dauer ignoriert, sucht es sich eigene Wege des Ausgleichs – einer davon sind physische und psychische Krankheiten. Wie kann ich dieses Ungleichgewicht beeinflussen oder verhindern, dass es sich festsetzt? Einer der Wege in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) lautet: indem ich Qigong übe. „Gong“ heißt übersetzt „üben“, „arbeiten“, „sich Mühe geben“ oder auch „etwas mit Diziplin und Leidenschaft tun“. „Qigong“ bedeutet also „Arbeit/Üben mit Lebensenergie“.

Einatmen – Ausatmen

Qi heißt auch „Atem“. Was atmen wir ein? Frisches Qi, Qi aus der Natur, aus dem Universum. Was atmen wir aus? Verbrauchtes Qi. Trübes Qi. Oder auch: Trübe Gedanken. Einatmen – Ausatmen: die einfachste aller Übungen….

Zur Geschichte des Qigong

Die ersten Spuren dieser Gesundheitsübungen reichen zurück bis in das 3. Jahrtausend v. u.Z., bis zum „Gelben Kaiser“, der ein außerordentliches Interesse an lebenspflegenden Übungen zeigte. Die Ergebnisse seiner Forschungen und Bemühungen wurden bis ins 1. Jh. v. u. Z. im Huang-di Nei-jing, dem „Buch des Gelben Kaisers“ aufgezeichnet. Gepflegt und überliefert wurden die Übungen des Qigong, das damals z.B. Daoyin (Übungen zum Dehnen und Leiten) oder Yangsheng (Lebenspflege) genannt wurde, vor allem in taoistischen und buddhistischen Klöstern. Das Ziel dieser Übungen war demnach nicht nur die Erhaltung der eigenen Gesundheit, sondern ein viel umfassenderes: Die Kultivierung des eigenen Selbst, „die Erleuchtung“, „die Rückkehr zur Natur“ – je nach weltanschaulicher Prägung.
Auch heute noch bieten die Übungen nicht nur eine Pflege des Körpers, sondern auch unseres Geistes. Bemerkenswert ist, dass der chinesische Begriff von „Geist“, nicht wie der westeuropäische nur unseren Verstand meint. Es ist vielmehr ein Begriff für die umfassende Kraft von Herz und Geist.

Der Weg der Stille

Wenn wir wirklich zur Ruhe kommen, wenn unser Geist einem stillen Wasser gleicht, in dem der Mond sich spiegeln kann, dann kann das Qi seine eigene Arbeit beginnen. Dafür braucht es nicht unseren bewussten Eingriff, denn Qi ist „intelligent“. Es fließt dorthin, wo es gebraucht wird. Nichts anderes meint der Begriff der „eigenen Heilkräfte“ – das ist Qi. In der Stille kultivieren wir unseren Geist, unser Herz, unsere ureigenen Heilkräfte.

Und das Tolle am Qigong ist: Es ist einfach. Und es entspannt. Es stärkt unser inneres und äußeres Gleichgewicht. Und: es macht uns gelassener.

mehr über Qigong…